Der Ortsteil Platte Heide

Im Jahre 1916 trat die Stadt Menden einer Siedlungsgesellschaft bei, stellte Baugelände zur Verfügung und entwickelte 1918 einen Bebauungsplan für ein Gelände im Bereich Menden, Flur 1, doch erst im Juni 1932 wurde mit dem Bau der ersten Häuser an der Feldherrnstrasse, der heutigen Lerchenstrasse begonnen. Die ersten Schritte zum heutigen Stadtteil Platte Heide waren getan.
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933 entstehen 14 Siedlerhäuser am Siedlerweg (heutiger Manöverweg), 1934 werden 27 Siedlerstellen an der Hermann-Löns-Strasse und am Fasanenweg in Angriff genommen. 1936 geht es mit dem Bau von 28 Siedlerstellen am Manöver- und Fasanenweg weiter.
In den Jahren bis 1939 entstehen weitere 47 Siedlerstellen am Manöverweg, der Hermann-Löns-Strasse und am Wolfspfad. Bei Kriegsbeginn wohnen schon 144 Familien, mit vielen, vielen Kindern (ca. 850 Personen) auf der Platte Heide.
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Reproduktionen historischer Karten gibt es bei
www.maerkischer-kreis.de

Der 2. Weltkrieges unterbricht den regen Siedlungsbau. Der Stadtteil ist von Kriegseinwirkungen verschont geblieben. Dafür trifft es die Siedler im Mai 1945 sehr schlimm, als alle auf der Südseite des Bräukerweges gelegenen Häuser innerhalb von 48 Stunden geräumt werden müssen und die aus den Lagern befreiten, früheren Ostarbeiter in die Häuser eingewiesen werden. Erst 1948 werden die letzten Häuser ihren Besitzern zurückgegeben. Mit Tränen in den Augen stehen viele vor den Überresten ihres Eigentums. Die Häuser verwüstet, daß Mobilar verfeuert oder verschleppt, die Obstbäume abgeschlagen und die Gärten verwildert. Aber mit neuem Fleiss, neuem Eifer und nie erlahmender Energie wird wieder angefangen.

Am 21. August 1948 findet die erste Mitgliederversammlung des Kleinsiedlervereins (Siedler- und Bürgerverein) nach dem Krieg statt. Die jetzt folgenden Jahre, mit ihrer lebhaften Bautätigkeit, verändern das Bild der Platte Heide grundlegend. Die katholischen Notkirche St.-Marien wird aus einer ehemaligen, alten Holzbaracke des weiblichen Arbeitsdienstes, erbaut. Die Einweihung am 8. Dezember 1948 ist ein Festtag für die Platte Heide. Die Platte Heide ist in den 50er und 60er Jahren die grösste Baustelle Mendens. Neben größeren genossenschaftlichen Mehrstockbauten entstehen an der Eichendorffstrasse und am unteren Teilstück der Hermann-Löns-Strasse neue Eigenheime. 1952 erhält die Platte Heide ihre eigene Schule, die Bonifatiusschule. Eine Postnebenstelle wird am 1.10.eröffnet.

Heimatvertriebene Bauernfamilien aus Schlesien, Pommern, dem Sudetenland, aus Ost- und Westpreußen erhalten eine neue Heimat auf der Platte Heide. Am 5. August 1955 werden die Häuser am Glockenblumen-, Kornblumen-, Salbei- und Akeleiweg von ihnen bezogen.
1959 erbauen die evangelischen Mitbürger das Paul-Gerhard-Haus. Der Schützenverein 1959 e.V. wird gegründet.

Am 25.10.1962 wird die evangelische Bodelschwinghschule eingeweiht. 1964 wird die neue katholische St.-Marienkirche am 12. Juli eingeweiht. Der Sportverein VfL Platte Heide wird gegründet. 1968 erfolgt die Gründung des Schützenverein "Heideschützen" . 1970 wird am evangelischen Paul-Gerhard-Haus der freistehende, spitzdachige Glockenträger errichtet. Ab November 1973 wird das Altenwohn- und Altenpflegeheim „Jochen-Klepper-Haus“ am Veilchenweg belegt.

Heute ist die Platte Heide mit ca. 11000 Einwohnern einer der größten Stadtteile Mendens.

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